Montag, 29. Januar 2018

[Näh ABC] N wie Nahtzugabe

Hallo mein lieber DIY-Begeisterter,

heute geht es im Näh ABC um die liebe Nahtzugabe. Von der hast du als Näher/in sicher schon mal gehört! Was es mit der aber genau auf sich hat, was du beachten musst und so weiter … gibt es für dich heute nochmal zusammengefasst. Für die alten Hasen sicher alles bekannt, aber gerade Anfänger können sicher das ein oder andere an Wissen sich noch aneignen. 😉

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Nahtzugabe: was ist das?

Die Nahtzugabe ist beim Nähen der Teil, der zwischen Naht und Stoffkante ist. Dieser Teil muss zuzüglich zu den fertigen Maßen zugegeben werden, damit man Substanz zum Nähen hat. Die Breite der Nahtzugabe variiert je nach Stoffart und auch Nähweise oder auch Vorliebe bzw. Projekt. Außerdem benötigt man die Nahtzugabe noch, wenn man zum Beispiel versäubern muss. Was es mit dem Versäubern auf sich hat, dann beim V! 😉

Nahtzugabe: wie wird sie abgekürzt?

Das Wort Nahtzugabe wird mit NZ abgekürzt und erscheint so oft auch auf Schnittmustern oder auch Anleitungen.

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Nahtzugabe: wie viel sollte die haben?

Wie ich oben schon erwähnte, ist das ganz Abhängig von Projekt, Stoff, Nähart oder auch Vorliebe! Wenn du Kleidung zum Beispiel mit der Overlock nähst beträgt die Nahtzugabe 7 mm, da das in der Regel die Breite der Naht ist. In der Regel, weil das auch von Maschine zu Maschine unterschiedlich sein kann! 😉

Wenn du elastische Kleidung mit der normalen Nähmaschine nähst ist so das gängige Maß von 1 cm zu beachten. Bei Nähten von nicht elastischer Kleidung kann die Nahtzugabe sogar 2 bis 3 cm betragen, ausgenommen Ärmelkugeln, Armausschnitt- und Halsausschnittkanten. Denn dies solltest du wieder mit 1 cm zuschneiden, da es sonst zu stark aufträgt oder reibt.

Bei den Stoffarten ist vor allem darauf zu achten, wie stark der Stoff ausfranst. Je stärker er franst, desto großzügiger sollte die Nahtzugabe sein. Zurückschneiden kann man sie immer noch, bevor man versäubert! Jersey, Sweat oder auch Bündchen zum Beispiel fransen i. d. R. nicht aus und benötigen nur eine schmale Nahtzugabe.

An Saumkanten oder Abschlüssen musst du auch mehr wie die normale Nahtzugabe einrechnen. Denn die sind i. d. R. ja breiter als so eine normale Naht auf der linken, nicht schönen Seite! 😉


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Nahtzugabe: worauf solltest du bei Schnitten achten?

Wenn du mit einem fertigen Schnitt und Anleitung arbeitest, solltest du unbedingt vor dem Zuschnitt nachlesen ob die Nahtzugabe bereits im Schnittmuster vorhanden ist. Ist die Nahtzugabe nicht enthalten, musst du diese zugeben vor dem Zuschnitt.

Das kannst du entweder direkt auf dem Papierschnitt vor dem Ausschneiden machen, oder wenn du das Schnittteil festgesteckt hast auf den Stoff mit Lineal, Maßband und Markierstift oder Kreide einzeichnen. Oder du machst es, so wie ich das gerne mache, einfach freestyle nach Gefühl. Das kann aber unter Umständen auch unsauber werden … wenn du grad einen schlechten Schnitttag hast! 😛

Außerdem ist es auch wichtig, dass du bei Schnitten mit Nahtzugabe darauf achtest, dass du auch den richtigen Stoff vom Material her verwendest. Zum Beispiel wenn du ein Shirt aus Sweat nähst, das eigentlich für Jersey ausgelegt ist. Da musst du unbedingt nochmal einen halben Zentimeter mindestens zugeben. Denn Sweat ist dicker als Jersey. Wenn es Winter- oder Alpensweat ist, würde ich dir auch mindestens 7 mm empfehlen!

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Nahtzugabe: was solltest du bei selbst erstellten Schnittteilen beachten?

Ganz einfach! Wenn du dir selbst einen Schnitt ausgedacht hast, dann musst du die Nahtzugabe natürlich zu den Maßen zurechnen. Konkret an einem Beispiel: Du willst eine Jutetasche nähen mit den Maßen 30 cm auf 40 cm. Diese Maße soll die Tasche haben wenn sie fertig ist, deshalb musst du die Nahtzugabe noch Reihum zurechnen. Also an jeder Seite nochmal je 1 cm und oben am Taschenkopf noch den Saum mit 4 bis 5 cm. Dann hast du ein fertiges Maß für den Zuschnitt von 32 cm auf 46 cm zum Beispiel.

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Nahtzugabe: kannst du die weglassen?

Definitiv nein! Die Passform und Größe stimmten dann einfach nicht mehr überein! Bestes Beispiel: in meinen Anfängen habe ich Babykleidung genäht. Ich wusste noch nichts davon, dass die Nahtzugabe in Schnittmustern NICHT zugegeben sein kann und habe auch nicht darauf geachtet. Also habe ich fröhlich Shirts genäht … Der 56er wurde dann schnell zum 50er und der 68er zum 56er… ja, blöd! Außerdem ist das Shirt dank fehlender Saumzugabe auch noch zu kurz gewesen und Schnulli musste dann ziemlich schnell in dem Teil bauchfrei gehen! 😛

Gerade bei Damenkleidung, die doch auch mal taillierter ist, ist das dann auch fatal! Es passt dann einfach nicht! Und die ganze Arbeit, Mühe, Zeit, Material und auch Geld sind dann für die Katz! Denn enger geht immer – weiter nicht! Also schneide bitte IMMER mit Nahtzugabe zu!

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Mehr Infos zum Näh ABC

Alles zum Näh ABC sowie die gesammelten Buchstaben mit ihrer Veröffentlichung kannst du nun auf der Seite rund um das Näh ABC auf meinem Blog HIER unter Projekte nachlesen. Ich freue mich, wenn du dich auch beteiligst und meine Idee des Lexikons rund ums Nähen mit erweiterst! So entsteht eine große Sammlung an Nähwissen … denn lernen können wir alle immer noch was dazu, oder?! 😉

 

Beitrag auf steemit

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2 Kommentare

  1. Edel sagt:

    Wie wäre es, wenn Du auf YouTube auf Dein Näh-ABC aufmerksam machen würdest? Vielleicht mal ein Video mit einem Inhalt des Näh-ABC?

    1. Liebe Edel,

      ja, das ist tatsächlich auch geplant und zwar eigentlich schon für den nächsten Buchstaben.
      Insofern ich es zeitlich schaffe … das Schreiben ist immer nicht so das Problem! Das drehen und erstellen von Dingen hingegen zur Zeit schon.
      Mit Baby geht das eben nicht mehr so wie früher … aber ich will ja nicht jammern, habe dafür ja das ALLERBESTE Kind der Welt bekommen, was ich mir nur vorstellen konnte.
      Und irgendwann ist er groß und will nix mehr mit der Mama Tag ein Tag aus zu tun haben, da stecke ich jetzt eben auch gerne zurück! *lach*

      ❤️-lichst Eva

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