Montag, 24. April 2017

[Montagstalk] #HAULTERNATIVE – fashion revolution day 2017

Hallo meine lieben Nähbegeisterten,

heute ist der 24. April und heute jährt sich auch zum vierten Mal das Unglück um Rana Plaza und unter Anderem dem Einstürz einer Nähfabrik. Mehr zu dem Unglück könnt ihr im Beitrag vom letzten Jahr nachlesen.

clothes-1839935_1920.png

Jedes Jahr um diese Zeit gibt es eine Näh-Blogger-Aktion, die Susanne von „Mamimade“ in Leben gerufen hat und jedes Jahr aufs neue organisiert. Dieses Jahr geht es darum, aufzuzeigen welche Alternativen es gibt zu den Ausbeuter-Nähfabriken und Stoffherstellern. Wie wir als Blogger und Mensch damit umgehen und einfach zu versuchen, dass Bewusstsein unserer Leser noch weiter zu schärfen und sensibilisieren.

Susanna’s Idee: Zeigt eine #HAULTERNATIVE!

Upcyceln, raparieren, Second Hand / Kleidertausch, DIY – selber machen oder auch das bewusste Einkaufen! Es gibt viele Wege, seinen eigenen Konsum (und das ist nicht nur Kleidung, Schuhe und Accessoires) umzustellen und einzuschränken.

fashrev-tino2017.png

Wie handhabe ich mein bewusstes Leben mit dem Konsum?

Wenn ich ganz ehrlich bin, bis vor knapp 5 Jahren habe ich ziemlich viel Geld für ziemlich viel Kleidung, Schuhe, Schmuck und Co ausgegeben. Ich wollte im Trend liegen, neue Sachen haben und gut angezogen sein. Es war mir egal, ob ich es brauchte … ich wollte es also habe ich es gekauft. Dann kam ein Punkt in meinem Leben, da ging das wollen und kaufen nicht mehr so wie zuvor. Nicht, dass es mir oder uns schlecht gehen würde … aber wir haben gebaut und da überlegt man einfach dann schon zwei Mal, ob man das jetzt wirklich braucht…

Vor drei Jahren ungefähr begann ich mit Nähen. Mit dem Nähen kam auch der Punkt, da gefiel mir Kleidung im Laden nicht mehr. Für das Geld so eine schlechte Qualität … egal ob Stoff oder das Genähte?! Und dann war da ja noch immer der Gedanke, das kannst du selber auch machen jetzt… Der Konsum wurde immer weniger, ich habe viel mehr selbst genäht

Vor zwei Jahren dann hat sich mein Denken hier immer mehr gewandelt. Nicht nur, dass ich meine Kleidung fast nur noch selbst nähe, nein auch der Gedanke an die Menschen die die Kleidung für mich herstellen unter Bedingungen, die so nicht okay sind, rückte immer mehr in den Fokus. Also kaufte ich wirklich auch bewusster Sachen von Marken, die fairer produzierten. Umwelt- und Menschenfreundlicher. Ganz verzichte ich auch heute nicht auf normale Marken, denn meine Meinung dazu ist, dass diese armen Leute – die ganz klar ausgebeutet werden – dennoch auf dieses Geld angewiesen sind. Sie ernähren ihre Familien damit und deshalb möchte ich ihnen den Lebensunterhalt nicht wegnehmen … eben nur bewusster für mich einkaufen.

shop-1611902_1920.png

Im Laden sehe ich mir gerne alles an, gekauft wird selten etwas. Ich kaufe mir mittlerweile einfach lieber Stoffe und versuche die Schnitte nachzunähen, die mir auch gefallen. Nur für mich… meine Schnitte sind alle komplett nach meinem Designe und nicht aus Läden abgekupfert.

Allerdings ist es auch so, dass ich viel aus zweiter Hand habe. Ich gehe nicht in Second Hand Läden, das gefällt mir nicht. Einfach deshalb, weil die Sachen dort bei uns nicht so schön sind, verwaschen oder sogar kaputt, altbacken und dafür einfach viel zu teuer. Aber ich habe das Glück, zwei liebe Frauen in meinem Leben zu haben, die sich nach wie vor viel Kleidung kaufen – nicht fair und auch nicht bewusst, aber jeder muss ja selbst entscheiden – und diese Kleidung dann nach einem Jahr oder auch zwei aussortieren. Diese Sachen, tolle und teure Sachen, bekomme ich dann geschenkt und so fülle ich eben auch meinen Schrank.

Auch meine Schwangerschaftskleidung habe ich aus zweiter Hand von einer sehr netten Bekannten meiner Schwägerin erstanden. Ich habe mir zwar auch ein paar Sachen neu kaufen müssen (Hosen will ich einfach nicht nähen, da das Bauchband und der stützende Schutz am Bauch mir einfach wichtig war), aber zu 95 % ist alles aus zweiter Hand. Ein paar Oberteile werde ich mir noch nähen dann…

So verhält es sich auch mit der Kleidung des kleinen Schnullertigers! Babykleidung ist super, um sie von den Neffen oder auch von Mamas Babyjahren aufzutragen. Genäht habe ich auch sehr viel für ihn und ein paar bestimmte Sachen kommen natürlich auch neu dazu. Die Schneeanzüge für den Winter zum Beispiel. Da habe ich einen schon gekauft, den er dann brauchen wird. Zwei sind genäht und einen habe ich noch niegelnagelneu von seinem Onkel da … der bekommt jetzt endlich den Einsatz, den er schon vor 14 Jahren hätte haben sollen. 🙁 Auch die Kleidung, die ich für den Kleinen genäht habe, ist teilweise ein Upcycling aus Mamas und Papas alten Sachen. Auch die Oma hat ein paar Teile nun noch aussortiert, die für den Kleinen genau richtig dann sind!

Direkt bei FairTrad-Firmen kaufen wir nicht ein, einfach weil wir sehr wenig neue Kleidung benötigen und diese dann hier lieber anprobieren wollen. Bei uns in der Stadt gibt es keine Läden, die direkt solche Marken führen. Aber wir kaufen eben dann bei Marken, die auf ihren Internetpräsenzen etwas zum Umweltschutz und auch Arbeitsbedingungen aufgeführt haben … klar, die können da ja schreiben was sie wollen und ob es dann stimmt, ist eine ganz andere Sache … aber das wäre ja bei den FairTrade-Firmen auch der Fall.

Schuhe zum Beispiel ist so ein Thema, da kann ich auch nicht so bewusst darauf achten, ob die Bedingungen gut sind. Denn ich habe so spezielle Füße, da muss der Schuh passen … ich kann nicht jeden Schuh tragen und das macht das Ganze einfach schwieriger! Ich kaufe mir auch gerne Lederschuhe, einfach weil die für mich besser sind. Da würden manche ja auch sagen, das geht nicht.

Bewusst einkaufen!

Das ist der Knackpunkt, mit dem man schon viel erreichen kann. Natürlich wäre es schöner, wenn man nur Sachen kauft, die nach guten Bedingungen produziert wurden … aber alleine schon durch das bewusst einkaufen können wir auch schon etwas erreichen, finde ich.

Fragt euch beim Shoppen einfach immer, braucht ihr das jetzt wirklich? Habt ihr so was nicht schon im Schrank und warum wollt ihr das kaufen? Hinterfragt! Und das nicht nur bei Kleidung, Schmuck und Schuhen – auch bei allem anderen! Technikgeräte zum Beispiel: viele Geräte kann man auch reparieren, wenn sie kaputt sind. Es muss nicht immer weggeschmissen und neu angeschafft werden.

Auch Deko … braucht ihr jedes Jahr wirklich neue Oster-, Weihnachts- oder Saisondeko? Könnt ihr nicht aus den alten Sachen neue Kreationen machen? Auch beim Einkaufen im Supermarkt … kauft bewusst ein, macht euch einen Plan was ihr kochen wollt und wirklich braucht für die Woche. Ich habe festgestellt, dass ein Einkauf pro Woche besser wie viele kleine ist. Man kauft bewusst nur das, was man braucht und wird nicht öfters die Woche dazu verleitet, andere Sachen noch zusätzlich zu kaufen. Die dann vielleicht vergammeln, weil man zu viel daheim hat. Klar, damit hilft man natürlich nicht die Bedingungen für die Arbeiter zu verbessern, aber ihr tut etwas für die Umwelt, für euer Konsumverhalten.

Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, wie und wo er leben will. Aber ich denke, wir sollten einfach mehr überlegen, in welcher Welt wir leben wollen und welche Welt wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen wollen. Wir können als einzelner nicht viel ausrichten, aber wenn jeder bewusst einkauft, konsumiert und lebt, so können wir doch beschränkt – nur für unseren Bereich – etwas erreichen. Und vielleicht auch andere Menschen durch unser Verhalten animieren! Und wenn es nur einer ist, ist es immer noch besser wie keiner – deshalb schreibe ich auch diesen Beitrag … weil die Hoffnung besteht, zumindest einen zum Umdenken zu animieren! 😉

Denkt einfach mal darüber nach! Ganz in Ruhe, lasst es wirken und dann … MACHT, ändert etwas! Und wenn es nur ein bisschen was ist! Es ist etwas!

– – – – – – –

Mehr zur Fashion Revolution gibt es auch bei Mamimade. Dort findet ihr auch viel interessantes zu bewusst einkaufen und welche Marken und Onlineshops geeignet sind. Because: This is not okay!

Mit meinem Beitrag schließe ich mich auch dieses Jahr dem Fashion Revolution Day an und verlinke ihn bei Mamimade.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.