Montag, 26. Dezember 2016

Montagstalk: Gedanken rund um Weihnachten

Hallo meine lieben Nähbegeisterten,

heute ist wieder Montagstalk und auch der zweite Weihnachtsfeiertag! Genau der Richtige Moment, noch ein paar Gedanken rund um Weihnachten los zu werden, oder?!

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Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich mir diese Jahr so einige Gedanken gemacht. Gedanken um das Fest selbst, dessen Sinn … aber auch Gedanken darum, was unseren Geschenke- und auch Baumkonsum betreffen.

Der Baumkonsum

Die Meisten von euch haben ihn – wir auch! Den Weihnachtsbaum! Eine echte Nordmanntannte, Fichte, Blautanne, etc! Der Duft alleine schon macht Weihnachten irgendwie erst so richtig aus und bei uns ist der Baum für Weihnachten Pflicht und er macht es erst so richtig weihnachtlich. Das ist mit Sicherheit bei 80% von euch genau so!

Beim diesjährigen Baumkauf bzw. auf dem Rückweg habe ich überlegt, wie diese preislichen Unterschiede zu Stande kommen. Denn wir haben einen bayerischen Baum – Angebotsklasse – vom Gärtner. Es gab aber auch dänische Bäume auch in der Angebotsklasse. Diese Bäume waren, obwohl nicht heimisch, deutlich teurer. Die Bäume aus den anderen beiden Klassen waren natürlich noch teurer … egal ob bayerisch oder dänisch!

Die erste Frage, die mich beschäftigte war ganz klar, warum kostet der Däne mehr? Wird der anders aufgezogen? Ist er robuster? Hm … aber die Lösung, die eigentlich am Naheliegendsten ist, ist etwas ganz anders! Der ist einfach teurer, weil er dort geholzt wurde. Auf LKWs, Züge und weiß der Geier noch was alles geladen wurde nur um bei uns im heimischen Wohnzimmer zu stehen. Wir bezahlen den Transport! Das ist für mich jetzt einfach so das logischste  Gewesen.

Ich habe mich für den bayerischen Baum entschieden, weil er einfach heimisch ist. Traurig ist das natürlich schon, dass er dafür sein Leben lassen musste, aber sie werden dafür bei uns auch gezüchtet. Rund ums Dorf haben wir sogar ziemlich viele Weihnachtsbaum-Zuchten! Das er dann auch noch günstiger wie der Däne war, war natürlich auch schön.

Aber zurück zum Dänen, denn der ist eigentlich wirklich so gar nicht gesund für unsere Umwelt. Allein schon der Transport ist … was der für CO2-Werte produziert! Aber Dänemark ist nun mal der größte Exporteur von Weihnachtsbäumen und ca. 50% davon nehmen wir Deutschen ab!

Das waren aber nicht meine einzigen Gedanken zum Baum … denn zu Hause habe ich den Zettel vom Gärtner gelesen. Darauf stand, dass so ein großer Baum mindestens 10 bis 12 Jahre alt ist. Das ist doch wirklich echt krass, oder? Wir fällen etwas, was so viele Jahre gewachsen ist und gelebt hat. Einfach so … für gerade mal vier Wochen (bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger) Deko im Haus! Der Baum ist dann weg, tot! Er wird zur Grünabfall-Deponie gebracht und dort dann wieder zu Erde oder Rindenmulch verarbeitet. (Die wir dann auch wieder im Laden teuer einkaufen!)

Mit dem Alter des Baumes – der erste Kranz ist drei Jahre alt, jeder weitere bringt noch ein weiters Jahr mit sich – kam auch irgendwie der Preis wieder in den Kopf! Klar, jeder möchte den Baum so günstig wie möglich aber auch so schön wie möglich kaufen. Unserer hat knapp 34 Euro gekostet und das war bislang einer unserer günstigsten. Im Schnitt geben wir ca. 50 Euro dafür aus … ein Preis, der gemessen an seinen Jahren, doch eigentlich auch wieder ein Witz ist! Denn was ist ein Leben wert? Klar es ist “nur” ein Baum, aber er hat sooo viele Jahre gelebt!

Unseren Baum sehe ich gerade beim Schreiben auch etwa mit gemischten Gefühlen an. Denn er ist schön und wir WOLLEN ihn ja auch haben. Auch die kommenden Jahre wieder! Aber dennoch steht er da mit seinen 11 Jahren (ich habe nachgezählt) vom 22. Dezember bis zum vermutlich 6. Januar – das sind 16 Tage! – und danach verweilt er noch bis zum Frühjahr im Garten. Solange, bis die Grünabfall-Deponie bei uns wieder öffnet. Danach wir er dann verrotten und bei uns zum dörfischem Rindenmulch verarbeitet werden. Irgendwie traurig ist das schon. Denn unser Bäumchen ist ja kein Einzelfall – knapp 29 Millionen Bäume betrifft es, allein in Deutschland! Diese Zahl jagt einem gleich nochmal Gänsehaut den Rücken runter, oder? Der Mensch, Mutter Naturs größter Feind!

Weihnachtsfest vs. Konsumschlacht

Der nächste Titel sagt auch schon vieles aus! Denn im Radio kam ein Bericht, wie und was Kinder mit Weihnachten verbinden und später dann auch die Erwachsenen. Wissen Kinder den Sinn und Zweck von Weihnachten noch? Also ich wusste ihn als Kind!

Aber nur drei der zehn befragten Kids wussten es. Die Restlichen antworteten nur: Ich bekomme Geschenk und Süßes. PUNKT! Auch die Erwachsenen waren nicht viel besser. Auf die Frage, was für Weihnachten zählt, kam oft: Das passende Geschenk unterm Baum!

Traurig! Denn das Weihnachtsfest ist ein Fest der Liebe, Familie und Gemeinschaft! Wir feiern die Geburt Jesus Christus, unsere Religon und auch die Menschheit. Doch wenn man ehrlich ist, ist Weihnachten doch nur noch eine Konsumschlacht!

Dieses Jahr haben Herr Tiger und ich die Geschenke deutlich runter gefahren. Jeder bekommt etwas. Eine Kleinigkeit und auch etwas selbst gemachtes bzw. genähtes.  Das reicht doch auch! Früher war das auch anders, denn da haben wir uns wirklich überschlagen – mit den Geschenken und auch finanziell. Doch heute sagen wir, dass das nicht sein MUSS und auch nicht der SINN DER WEIHNACHT sein sollte! Das Zusammensitzen mit der Familie, Freunden und geliebten Menschen ist uns heute viel Wichtiger. Die Ruhe und das faule Rumliegen an den Weihnachtsfeiertagen sind nochmal so ein Highlight für uns alle in der Familie!

Doch für viele ist das immer noch ein Fest der Geschenke. Je größer und teurer – desto besser! Gut für die Wirtschaft, na klar! Doch mit teuren Geschenken kann man sich doch auch keine Liebe (er)kaufen, oder? Aber ich habe so langsam das Gefühl, dass das immer mehr für viele zum Sinn der Weihnacht wird.

Noch ein paar andere Gedanken

Die gab es auch! Denn dieses Jahr waren wir wieder zuerst bei meinen Eltern. Dort feiern wir mit meinem Opa und der Tante sowie ihrem Mann gemeinsam. Es gibt lecker Weihnachtsessen (das gibt es nur an diesem Tag!) und wir sitzen gemütlich beisamen. Eine kleine Bescherung gibt es natürlich auch. Früher waren meine Eltern auch immer mit am Abend dabei, aber da mein Opa mit fast 90 Jahren nun doch nicht mehr so kann, bleiben sie mit ihm zu Hause. Damit er an Weihnachten eben NICHT alleine ist!

Bei meiner Schwiegermutter feiern wir dann mit der Familie meines Mannes, die aber ganz klar natürlich auch meine ist. Denn diese Leute waren auch zum Großteil mit dabei und haben mich die letzten Jahre meiner “Kindheit” begleitet, geprägt und auch beeinflusst. Die letzten Jahre wurden wir hier immer größer. Mein Schwager und auch meine Schwägerin mit den Kids waren dabei sowie auch ihre Eltern und der Bruder. So kenne ich Weihnachten auch bereits aus Kindertagen.

Die ganze Familie ist da, es wird gefeiert und gelacht! Dass das natürlich Arbeit ohne Ende ist, ist klar! Immerhin habe ich, bis auf die letzten zwei Jahre, immer das Fest ausgerichtet. Aber wisst ihr was, ich habe es geliebt! Das ist einfach mein Ding, organisieren! Aber das wisst ihr ja! Dieses Jahr warenwir tatsächlich abends aber nur zu siebt! Schwiegermuttern, Tantchen und Onkelchen, die Oma und ihr Mann sowie Herr Tiger und ich. Der Schwager feiert mit der Familie alleine. Und die verschwägerte Familie feiert, ohne Tochter bei uns, dann auch alleine.

Schade finde ich das schon, denn ohne die Kids ist es schon komisch. Und auch ohne den Schwager, den ich die letzten 12 Jahre an diesem Tag immer um mich hatte. Sie wollten unter sich dieses Jahr sein, nur sie vier! Irgendwie verstehe ich das natürlich auch.

Aber für mich wäre das nichts! Ich kenne es so auch nicht und auch wenn mir schon im Sommer gesagt wurde, dass ich das erst verstehen kann wenn ich Kinder habe (solche Sätze hasse ich ja wie die Pest! “Da kannst du nicht mitreden, du hast ja keine Kinder!” Als dürfte ich dann dazu keine Meinung haben?! *augen-verdreh*), werde ich das irgendwann in weiter Ferne dann mit eigenen Kindern so nicht machen. Weihnachten ist ein Fest der Familie! Der GANZEN Familie. Aber jedem seine Meinung – genau wie in Erziehungssachen! 😉 Leben und leben lassen …

Wars das mit den Gedanken?

Nochmal kurz in mich gehen … aber ja, ich denke das war es! Meine doch eher kritischen Gedanken rund um Weihnachten! 🙂 Unser Weihnachtsfest (auch wenn ich diesen Beitrag schon einen Tag davor gesschrieben habe … ich weiß, dass es so kommen wird!) war schön und ja, ich hatte auch das vermurkste Kleid an. Nach Wäsche und Stufe-2-Bügeln war es ganz akzeptabel und wohl habe ich mich auch darin gefühlt! (Auch das weiß ich einen Tag davor schon … denn ich habe es noch ein Weilchen anprobiert und getragen an diesem Tag …)

Ich hoffe, ihr hattet auch alle ein schönes Fest! Ich verabschiede mich jetzt von euch und die restliche Woche steht ganz im Zeichen von Silvester … mit einem kleinen Special! 😉

Noch ein letztes Mal euch allen frohe Weihnachten – und ich hoffe, den ein oder anderen konnte ich noch nachdenklich stimmen!

P.S.: Auf Bilder habe ich dieses Mal bewusst verzichtet. Weniger ist manchmal mehr!

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